Orientierungspraktika werden attraktiver
Landesrätin Magdalena Amhof bringt Beschluss zur Aufwertung von Orientierungspraktika ab 2027 ein – Berufsorientierung, höhere Vergütung und stärkere Bindung junger Menschen stehen im Mittelpunkt
BOZEN (LPA). Auf Vorschlag von Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof hat die Landesregierung am 22. Mai einer Neuregelung der Orientierungspraktika zugestimmt. Ziel ist es, ihre berufsorientierende Funktion zu stärken, jungen Menschen den bewussten Einstieg in die Arbeitswelt zu erleichtern und ihre Bindung an den Standort Südtirol zu fördern. Der Beschluss stellt die Weichen für eine Anwendung der neuen Richtlinien ab 2027.
"Orientierungspraktika sind eine Brücke zwischen Schule oder Studium und Arbeitswelt. Junge Menschen sammeln dabei berufsrelevante Erfahrungen, während Betriebe sich auf diesem Weg als attraktive zukünftige Arbeitgeber positionieren können", erläuterte Landesrätin Amhof in der Pressekonferenz nach der Sitzung der Landesregierung.
Fokus auf Berufsorientierung und klare Standards
Ein zentraler Punkt der Neuregelung ist die Stärkung der Praktika auf Berufsorientierung. "Praktika sollen künftig wieder stärker ihrer eigentlichen Funktion dienen: jungen Menschen einen gezielten Einblick in Berufe und Arbeitsfelder zu ermöglichen und sie in ihrer Studien- und Berufswahl zu unterstützen", betonte die Landesrätin. Gleichzeitig solle zunehmend verhindert werden, dass Praktika reguläre Arbeitsverhältnisse ersetzen.
Dazu wurden eine Reihe von qualitativen Kriterien eingeführt und die Mindestvergütung, von 300 auf 600 Euro pro Monat angehoben.
Vorteil für Betriebe und den lokalen Arbeitsmarkt
Die Neuregelung trägt auch zur Stärkung des lokalen Arbeitsmarktes bei. Gut gestaltete Praktika seien für Betriebe ein Vorteil, da sie ihre Position im Wettbewerb um Fachkräfte festigen.
Viele Betriebe böten bereits heute hochwertige Praktika an. "Diese Qualität wollen wir durch klare Standards und Regeln sichern und breiter verankern", sagte Amhof.
Klare Abgrenzung von Sommerjobs
Orientierungspraktika werden künftig noch klarer von Arbeitsverhältnissen abgegrenzt. "Wenn Jugendliche im Sommer arbeiten möchten, um Geld zu verdienen, sind befristete Arbeitsverträge die richtige Wahl", erklärte Amhof. Das Orientierungspraktikum habe einen anderen Zweck. Es solle jungen Menschen helfen, Berufe kennenzulernen, Interessen zu prüfen und bewusste Entscheidungen für Ausbildung, Studium und Beruf zu treffen.
Pro Jahr werden rund 7000 Orientierungspraktika absolviert, 90 Prozent davon in den Sommermonaten.
red/san